Chronik

Chronik der Wasserversorgungsgenossenschaft eG - 1954 bis 1958

Die Gründung

Der Ursprung der heutigen Wasserversorgung in der Gemeinde Groß Niendorf liegt bei der damaligen Meiereigenossenschaft, die lange Jahrzehnte die hier im Ort und teilweise auch in Nachbarorten erzeugte Milch verarbeitete. Die Situation war Anfang dieses Jahrhunderts so, dass die Meiereigenossenschaft e.G.m.b.H. in Groß Niendorf für die Verarbeitung der Milch erhebliche Wassermengen brauchte. Daher waren die beiden Brunnen für die Meierei auch direkt im Gebäude untergebracht.

Im Jahre 1910 wurde die Wasserversorgungsanlage einschließlich des Wasserturms errichtet. Der Turm mit seinem hochgelegenen Wasserbehälter wird heute nicht mehr im ursprünglichen Sinne genutzt. Damals wurde der Wasserdruck im Leitungsnetz dadurch erzeugt, dass das Wasser aus den beiden Brunnen in den Hochbehälter mit 50 m3 Fassungsvermögen gepumpt wurde.

Durch den natürlichen Druckausgleich konnte das Wasser in den angeschlossenen Gebäuden nun bis zu der Höhe entnommen werden, wie der jeweilige Wasserstand im Hochbehälter war. Später wurde dann ein Druckkessel im Wasserturm installiert, der das im Hochbehälter vorhandene Wasser entnahm und mit Druck ins Leitungsnetz weitergab.

Ursprüngliche Betreiberin des nur in Anfängen vorhandenen Wasserleitungsnetzes war die Meiereigenossenschaft, die die Pumpen und die weiteren baulichen Anlagen unterhielt. Nutznießer der in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts sicher luxuriösen Wasserversorgung sind die Mitglieder der Meiereigenossenschaft (seinerzeit 17) gewesen, soweit diese in Groß Niendorf ansässig waren. Das bedeutet, dass eigentlich nur die Bauern, die in erreichbarer Nähe zur Meierei lagen, eine für damalige Verhältnisse ausgezeichnete Wasserversorgung hatten. Diese Wasserversorgung - wenn vorerst auch nur für einen eingeschränkten Kreis von Nutzern - dürfte in Schleswig-Holstein wegweisend gewesen sein.

Das Leitungsnetz musste erstmals 1951 komplett erneuert werden. Man kann sich gut vorstellen, in welchem Zustand die Wasserleitungen aus Eisen oder Zink nach langen Jahren der Nutzung waren.

Die Wasserversorgungsgenossenschaft eG wurde am 12. Juli 1954 in der ersten hierfür einberufenen Mitgliederversammlung gegründet und einen Monat später als Wasserversorgungsgenossenschaft eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht ins Genossenschaftsregister eingetragen. Bürger der Gemeinde haben diese Gründung auf einer Zusammenkunft von Interessierten am 24. April 1954 vorbereitet. Dies waren wegen der unmittelbaren Zusammenhänge seinerzeit auch alles Mitglieder der Meiereigenossenschaft. Die Satzung der Genossenschaft wurde als Entwurf am 19. Mai 1954 aufgestellt und auf der ersten Mitgliederversammlung beschlossen.

Deutsche sind offenbar gründliche Leute, so dass das Gründungsprotokoll und alle seit dieser Zeit abgehaltenen Sitzungen des Vorstandes, des Aufsichtsrates und die jeweiligen Mitgliederversammlungen mit Originalprotokollen belegt sind.

Auf der ersten Versammlung wurden gewählt:
Vorstand: Wilhelm Fahrenkrog - Vorsitzender, Rudolf Stolten und Willi Tensfeldt - weitere Mitglieder
Aufsichtsrat: Heinrich Tiedgen - Vorsitzender, Karl Danger und Ernst Beckmann
Nebenamtlicher Geschäftsführer war der damalige Meiereileiter Göser.

Wie schon ausgeführt, ist 1954 der Bereich der Wasserversorgung aus der Meierei- genossenschaft ausgegliedert worden. Das Vermögen der Wasserversorgungsgenossenschaft bestand bei übernahme aus folgenden Werten: Wasserturm; 1,- DM, Pumpe I: 1,- DM, Pumpe II: 1.425,- DM, Druckkesselanlage: 800,- DM, Leitungsnetz: 21.141,- DM, Gesamtbetrag: 23.368,- DM. Irgendwelches Grundvermögen war seinerzeit nicht vorhanden. Die Anlage wurde auf dem Grundstück der damaligen Meierei betrieben. Dafür war im Grundbuch der Meierei eine entsprechende Reallast zur Absicherung eingetragen.

Im Gründungsjahr wurde eine Mitgliederzahl von 31 erreicht. 1955 wurden im April die Mitglieder Willi Beeck, Ewald Bruhn, Kurt Ehlers neue Mitglieder, so dass es Ende 1955 immerhin schon 34 Mitglieder waren. Damals wurde genau Buch geführt über die Berufe der Mitglieder. So offenbart sich zu diesem Termin folgende Zusammensetzung: 26 Bauern, 2 Handwerker, 1 Kaufmann, 2 Körperschaften , 2 Arbeitnehmer und 1 Sonstiger. Diese Zusammensetzung der Mitglieder hat sich, wie jeder weiß, zum jetzigen Zeitpunkt total verändert, da die Landwirtschaft mit Viehhaltung erheblich reduziert wurde.

Die Entwicklung der Kosten von 1956 bis heute wird an folgenden Zahlen deutlich:


Kosten für das Jahr: 1956 1999
Prüfungskosten des Gen.-Verbandes 35,00 DM 2.550,00 DM
Verbandsbeitrag 14,00 DM 200,00 DM
Reparaturen/Unterhaltung 527,63 DM 4.700,00 DM
Stromkosten 197,80 DM 3.217,00 DM

Weitere Zahlen im überblick: Die Anzahl der Mitglieder betrug in 1961: 48, 1970: 57, 1975: 112, 1978: 133, 1982: 146, 1990: 159, 1995: 165 und 2000: 156.

Bilanzsumme: per 31.12.1954: DM 2.692,41; per 31.12.2000: DM 188.253,13.
Die Wasserförderung im Jahre 2000 betrug insgesamt 41.924 cbm.

Mit Vertrag vom 02. Dezember 1954 übertrug die Meiereigenossenschaft der im gleichen Jahr gegründeten Wasserversorgungsgenossenschaft alle Rechte an den Anlagen zur Wassererzeugung einschließlich des Rohrleitungsnetzes.

Ein interessantes Detail des zuvor genannten Vertrages: Abgesehen von der Kostenübernahme durch die Wassergenossenschaft für Reparaturen und Ergänzungen hat die Meierei "bei Schäden durch höhere Gewalt, insbesondere bei Frostschäden und einem etwaigen Versiegen der Wasserquellen die dadurch entstehenden Schäden auf ihre Kosten abzustellen, jedoch nur bis zum 31.12.2039".

Nach diesem Termin geht das Risiko auf die Wasserversorgungsgenossenschaft über. Als Gegenleistung hierfür übernahm die neue Genossenschaft die Verpflichtung, die seinerzeit 17 Wasserabnehmer und die Meierei mit ausreichendem Wasser zu versorgen. Diese 17 Berechtigten waren auf dem Meierei-Grundstück mit einer ab 1940 gültigen Reallast für 99 Jahre (bis 2039) entsprechend abgesichert. - Rechte und Ansprüche sind hieraus nie hergeleitet worden. Künftig wird dies nicht mehr möglich sein, da die Meierei in Groß Niendorf mit der damaligen Holsten-Meierei in Sievershütten verschmolzen wurde.

(aktuell bis 19.05.1954 - der Artikel wurde 2083 x aufgerufen)


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Holger Bischoff

 

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