Chronik

Chronik der Wasserversorgungsgenossenschaft eG - 1980 von 1990

Wesentliche Maßnahmen

Bemühungen der Wassergenossenschaft, allen Mitgliedern eine gute Wasserqualität zu liefern, gibt es schon seit geraumer Zeit. Ausgelöst wurden diese Bemühungen auch dadurch, dass immer wieder in den beiden "alten" Brunnen im Meiereigebäude unerklärliche Schwankungen des Nitratgehaltes bei den Probeuntersuchungen festgestellt wurden.

Versuche, diese schwer fassbaren Veränderungen zu erklären, gingen davon aus, dass möglicherweise
1. die beiden Brunnen zwischen verschiedenen Schichten über der Wasserader nicht genug abgedichtet waren und so
2. Nitrate aus Düngung und/oder Verrieselung von Schmutzwasser (zentrale Ortsentwässerung wurde erst später gebaut) in die wasserführende Schicht eindringen konnten. Diese permanente Nitratbela- stung des Wassers, die immer noch weit unterhalb der geltenden Grenzwerte lag, muss im Jahresverlauf relativ gleichbleibend gewesen sein. Hieraus ergab sich dann auch, dass in den Sommermonaten, wenn wesentlich mehr Wasser als sonst abgenommen wurde, die Nitratbelastung zurückging.

Probebohrungen wegen der evtl. Neuanlage eines Brunnens wurden im Laufe der Jahre vorgenommen an folgenden Stellen:
2 x an unterschiedlichen Stellen auf dem Sportplatz beim Dörpshus
1 x am jetzigen Regenrückhaltebecken in der Nähe der Aubrücke
1 x auf dem jetzigen Brunnengelände in der Ecke am Weg "Musbarg"
1 x auf dem Grundstück der Familie Rickert, ca. 200 m Richtung Leezen.

Die dort gemachten Erfahrungen ergaben leider, dass an einigen dieser Stellen keine gute Wasserqualität oder kein Wasser in ausreichender Menge zu fördern war!

Kosten für die Wassersuche entstehen nicht nur für das Bohren sondern auch für das Schließen und Verfüllen der Löcher. Bohrlöcher werden nicht einfach nur "zugeschüttet". Mit Spezialton werden von der Brunnenbohrfirma die unterschiedlichen wasserführenden Schichten wieder versiegelt, so dass durch das Bohrloch kein Wasser anderer Qualität nach unten in andere Grundwasserhorizonte sickern kann.

Was gehört, abgesehen von technischem Gerät alles zu einer Brunnenbohrung?
Bevor die Bohrung überhaupt beginnen kann, muss ein Antrag auf Genehmigung beim Kreis gestellt werden. Die Beschreibung des Standortes muss metergenau erfolgen, damit beim Kreis alle Bohrversuche nachvollzogen werden können.

Da die Bohrung üblicherweise als Spülbohrung niedergebracht wird und das eigentliche Bohrloch je nach Bodenschicht (von Lehm bis Sand und Felssteinen) sehr unterschiedliche Bohrlochweiten aufweist, muss das Bohrloch sowohl was die Bohrlochweite als auch die Tiefe angeht, von einer Spezialfirma elektronisch vermes- sen werden. In einer angebohrten wasserführenden Schicht trafen wir auch auf kleine Kohleteilchen. Die Wassermenge, die gefördert werden könnte, war gut, nur wäre das Wasser sehr schnell durch die feinen Kohlebestandteile braun geworden und war damit leider ungeeignet.

Das bei der Spülbohrung nach oben gelangte Bohrgut wird am Bohrloch gelagert, so dass man die jeweils angetroffenen Schichten (alle 3 Meter) auch in der jeweiligen Beschaffenheit sehen kann. Neben einer chemischen Analyse des angebohrten Wasserleiters wird unter anderem die elektrische Leitfähigkeit des Wassers gemessen, die Aufschlüsse über Salzgehalt gibt.

1980: Probebohrung für einen neuen Brunnen auf der Schulkoppel mit Fa. Papenburg für DM 7.531,-; auf 120 m Bohrtiefe keine Wasserader mit ausreichender Kapazität gefunden, 2. Bohrung auf dem gleichen Gelände ergibt in ca. 30m Tiefe ausreichend Wasser, allerdings einen Nitratgehalt von 92 mg/l. 3. weitere Bohrung mit 30 m Tiefe an der Groß Niendorfer Au, allerdings manganhaltig, so dass eine Enteisenungsanlage erforderlich wäre mit erheblichen Bau- und Folgekosten. Bevor weitere Maßnahmen zur Inbetriebnahme eines Brunnen an dieser Stelle erfolgen können, stellt die Meierei am 01.01.81 den Betrieb ein. Die Sorge, dass nicht genug Wasser aus den vorhandenen Brunnen gefördert werden kann, ist dadurch beseitigt. Die Meierei hat bisher ca. 1/3 der insgesamt geförderten Wassermenge verbraucht. 178 qm aus der Wiese von Ernst Hildebrandt gekauft, die später mit der Gemeinde getauscht wurden wegen des neuen Brunnengeländes beim Reitplatz.
1981: Am 07.05. wird ein Wartungsvertrag mit Willi Beeck, der seit Jahrzehnten mit der Wassergenossenschaft verbunden ist, (seit 06/1962 im Aufsichtsrat) geschlossen.
1981: Am 27.05. Information an die Mitgliederversammlung: Die Verhandlungen über Ankauf des Wasserturms und den Pumpenraum von der Meierei Sievershütten laufen. Der Kaufvertrag für den Wasserturm wird erst am 16.11.1982 geschlossen.
1981: Am 23.10. diskutieren Vorstand und Aufsichtsrat über ärger mit "Schwarzarbeit". Die Renovierungsarbeiten am gekauften Wasserturm wurden kostengünstig in Eigenleistung durch die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates ausgeführt. Dies fand nicht den Beifall der Kreishandwerkerschaft, die diese Arbeiten lieber von Betrieben hätte ausführen lassen wollen.
1981: Am 18./19.12. wird eine große Reparatur an der Einmündung Osterkamp zur Dorfstraße erforderlich. Durch ein falsch verlegtes Druckrohr an der Pumpstation für Abwässer entsteht erheblicher Schaden.
1982: 2 neue Unterwasserpumpen für rd. DM 7.000,- und eine neue Druckleitung mit 84 m Länge werden in der Dorfstraße bis zur Aubrücke incl. Schutzrohr eingebaut. Ebenso wird die weitere Leitung bis Rickert erneuert. (Fa. Papenburg, DM 22.783,-).
1983: Am 12.04. Klärung der Eigentumsverhältnisse für Brunnen und Wasserturm, die sich bis dahin noch auf fremdem Grund und Boden befanden, durch grundbuchliche Umschreibung des Eigentums auf die Wasserversorgungsgenossenschaft.

(aktuell bis 31.12.1990 - der Artikel wurde 1767 x aufgerufen)


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