Chronik

Chronik der Wasserversorgungsgenossenschaft eG - 1991 bis 1997

Wesentliche Maßnahmen

1991: Erneuerung der Druckleitung von der Ecke Dorfstraße/Tönningstedter Weg bis zur Kampstraße.

1992: Moorweg und Teilstrecke Hamburger Straße an der B 432 werden an die Wasserversorgung angeschlossen; insgesamt 358 lfdm mit Kosten von DM 21.500,-.
1992: Der erstmals in 1992 von uns vorgeschlagene Grundstückstausch mit der Gemeinde Groß Niendorf wird 1999 grundbuchlich vollzogen.
1993: Das Amt Leezen erlässt eine Abwassersatzung; hierdurch ausgelöst wird der Einbau von Wasseruhren erforderlich.

Bevor wir die beiden neuen Brunnen planten, haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wasserversorgungsgenossenschaft in mehreren Sitzungen die bestehende, unbefriedigende Situation diskutiert und nach kostengünstigen Lösungen gesucht. Niemals schwebte uns vor, Maßnahmen im Stile manch anderer Gemeinden zu verwirklichen, die mehrere hunderttausend DM oder mehr gekostet hätten. Wasser als Lebensmittel muss bezahlbar bleiben!

Aufgrund der steigenden Einwohnerzahlen stieg der Wasserverbrauch an. Keiner wusste, wann die Filter in den alten Meiereibrunnen eingebaut worden sind und in welchem Zustand sie sich befanden. Eine Erhöhung der Pumpleistung für beide Brunnen durch Einbau neuer, stärkerer Pumpen hätte zur Folge haben können, dass durch den Pumpensog die Filter in sich zusammengebrochen wären. Dadurch wäre nicht nur der eine sondern durch die hierdurch aufgetretene Verschmutzung im Brunnensumpf auch sofort der zweite Brunnen, der 2 Meter daneben installiert war, betroffen. Das hätte bedeuten können, dass die gesamte Wasserversorgung im Gemeindegebiet zusammengebrochen wäre. Beide Brunnen wären dann endgültig ausgefallen und irreparabel gewesen.

Hätten die Filter den verstärkten Sog ausgehalten, bestand zusätzlich die Gefahr, dass durch kleine Sandkörnchen die neuen Pumpen ausgeschliffen worden wären und in kurzer Zeit wieder hätten erneuert werden müssen.

Die erste Bohrung auf dem jetzigen Brunnengelände hatte am 17.08.93 einen sehr niedrigen Nitratgehalt von 5,5 mg/l ergeben. Daraufhin wurde mit dem Ausbau des Brunnens begonnen. Anfang November wurden dann weitere Proben genommen, die wesentlich höhere Nitratwerte bis zu 37,5 mg/l ergaben. Deswegen wurde der Ausbau des Brunnens sofort gestoppt.

In einer gemeinsamen Sitzung des Vorstands und des Aufsichtrates, an der für die Wasserbehörde des Kreises auch Herr Hahn, die Brunnenbaufirma, vertreten durch Herrn Berg, teilnahmen, wurde über das weitere Vorgehen diskutiert. Als erstes wurde auf Empfehlung von Herrn Hahn ein einwöchiger Pumpversuch durchgeführt, um zu sehen, wie sich die Nitratwerte und die Leitfähigkeit des Brunnenwassers entwickelten. Viele Bürger können sich sicher noch an den Pumpversuch erinnern, der das Regenrückhaltebecken fast zum überlaufen brachte.

In dieser Zeit sind auch Gespräche mit der Wasserversorgungsgenossenschaft Leezen geführt worden, um auszuloten, ob möglicherweise ein Anschluss nach dort erfolgen könne. Diese Möglichkeit hat sich nicht realisieren lassen.

Auf den ersten Blick meint man, dass in unserer Gemeinde doch genug Wasser vorhanden sei. Wegen der in Leezen geförderten Wasserqualität haben wir mit freundlicher Unterstützung der Familie Rickert einige hundert Meter in Richtung Leezen ebenfalls einen Bohrversuch unternommen. Wasser haben wir nicht in der erforderlichen Menge gefunden. Dafür ergab die Bohrung aber Ton- bzw. Mergelschichten mit bis zu 30 bzw. 45 Metern Mächtigkeit. Die Bohrung wurde abgebrochen bei einer Tiefe von 132 Metern.

Aufgrund dieser weniger erfreulichen Entwicklung waren wir froh, dass der einwöchige Pumpversuch reduzierte Nitratwerte ergab. In Abstimmung mit Herrn Hahn wurde dann die Regelung getroffen, dass die Einspeisung von Trinkwasser jeweils im Wechsel von den beiden alten und dem neuen Brunnen erfolgte. Durch dieses Mischen erhielten wir eine gute Wasserqualität.

Sie können sich denken, dass wir alle froh waren, dass sich die Nitratwerte des neuen Brunnens nach kurzem Gebrauch erheblich reduzierten und zwischenzeitlich beide neuen Brunnen bessere Nitratwerte aufweisen, als wir sie mit der alten Anlage erreichen konnten.

Sorgen und Diskussionen um den Bau einer evtl. erforderlichen Enteisenungsanlage mit teurer Entsorgung der hieraus entstehenden Schlämme waren vergessen. Im Zusammenhang mit dem Neubau des 1. und später auch des 2. Brunnens auf dem Gelände an der Aue danken wir besonders der unteren Wasserbehörde des Kreises Segeberg, Herrn Hahn, der Firma Berg und allen, die uns bei der Verwirklichung der Brunnenerneuerung geholfen und mit Ratschlägen und Informationen zur Seite gestanden haben.

Im Zusammenhang mit der Einführung der Wasseruhren wegen Messung der Schmutzwassermengen wurde auch die alte Wasserzapfstelle stillgelegt. Die Wasserzapfstelle vor der Meierei an der Mauer zum Grundstück Fahrenkrog ist vielen Groß Niendorfern sicher noch bekannt. Hier wurde nicht nur Wasser für das Vieh geholt, dieser Ort war auch Informationsbörse und beliebter Treffpunkt für einen "Klönschnack".

1994: Am 01.09. wird der erste neue Brunnen in Betrieb genommen, der Hochtank wird aus dem Wasserkreislauf genommen und stillgelegt.
1993-1994: Grundlegende Sanierung des Wasserwerkes, Neubau der Leitung vom 1. neuen Brunnen zum Wasserwerk, Zuleitung zum Verteilernetz in der Dorfstraße erneuert incl. Leitungen bis Weg "Musbarg"; 2 neue Druckbehälter mit identischem Prüfdruck wurden installiert, damit bei Wartungsarbeiten ein Druckkessel vom Netz genommen werden kann, ohne dass die gesamte Anlage abgestellt werden muss. Steuerung des Wasserdrucks über Luftpolster und Druckbegrenzer; Installation einer Schaltanlage, die automatisch den Druck reguliert und Wasser abwechselnd aus dem neuen und beiden alten Brunnen entnimmt.
1997: Ein zweiter Brunnen wird gebaut von Fa. Berg auf dem Grundstück am Reitplatz für DM 40.800,-; Leistung jedes einzelnen Brunnens: 30 m³ je Stunde.

Beide neuen Brunnen haben eine Fördertiefe von rund 27 Metern. Aus einer wasserführenden Schicht von mehreren Metern Stärke wird das Wasser für unsere Gemeinde entnommen. Im Zusammenhang mit dem Anschluss des zweiten Brunnens wurde auch die Mischung des Wassers aus den beiden Meiereibrunnen mit dem ersten Brunnen eingestellt. Das Wasser wird jetzt über eine automatische Schaltung wechselseitig aus beiden neuen Brunnen entnommen. Die alten Brunnen sind geschlossen und die Brunnenköpfe durch eine Plombe gesichert.

(aktuell bis 31.12.1997 - der Artikel wurde 2004 x aufgerufen)


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Holger Bischoff

 

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