Segeberger Zeitung

Schon die vierte Wählergemeinschaft (13.04.2013)

Sie will Windpark in Groß Niendorf verhindern

Groß Niendorf (koe) - Die politische Vielfalt in der Gemeinde mit rund 600 Einwohern wächst. 15 Groß Niendorfer haben eine neue Wählergemeinschaft gegründet. Sie ist nach deren Angaben bereits zugelassen zur Gemeindevertreterwahl am 26. Mai. Die Wählergemeinschaft "Lebenswertes Groß Niendorf" (LGN) is die vierte neben AWGN, GNUW und AKPV. Die LGN-Mitglieder wollen sich in erster Linie dafür einsetzen, dass der neu geplante Windpark südöstlich des Ortes nicht gebaut wird.

Es hatte nach der Bürgerversammlung zum geplanten Windpark am 28. Februar begonnen. „Da ist uns und auch vielen anderen erst einmal das ganze Ausmaß des Projektes bewusst geworden“, erklärt Ulrich Stöcker. „Und dass wir das eigentlich nicht hier in Groß Niendorf wollen“, ergänzt Christian Schoof. Die Bürger seien nicht umfassend genug über die Planung der Windkraftanlagen aufgeklärt worden. Die Informationen der Betreibergesellschaft WKN AG seien ebenso dürftig gewesen wie die der Gemeindevertreter.

Die bereits bestehenden vier 100 Meter hohen Anlagen auf dem angrenzenden Tralauer Gebiet sollen durch 150 Meter hohe Anlagen ersetzt und vier weitere Windkraftanlagen vergrößert werden. Auf Groß Niendorfer Gebiet sind drei neue Anlagen geplant. „Das Projekt hat damit eine ganz andere Dimension bekommen“, sagt Schoof.

Fortan traf sich die Gruppe aus etwa 15 Groß Niendorfern und überlegte, was sie gegen die drei Windkraftanlagen tun kann. Geplant sind sie mit 150 Metern Höhe und 112 Metern Rotordurchmesser im Mindestabstand von 800 Metern zur Dorfbebauung. „Wir wollen einen Bürgerentscheid“, sagt LGN-Vorsitzender Dirk Dombrowski. Zunächst hätten sie die Kooperation gesucht und die Gemeindevertretung um weitere Klärung gebeten. Doch nichts sei geschehen. „Wir hatten das Gefühl, wir werden hingehalten“, ärgert sich Stöcker, ebenso wie über die Tatsache, dass erst durch den Einspruch der Gemeindevertretung und der Betreibergesellschaft aus Husum Groß Niendorf vom Land überhaupt zum Windeignungsgebiet erklärt worden ist. Ende März schrieben die jetzigen LGN-Gründungsmitglieder einen offenen Brief an Bürgermeister Claus Fahrenkrog. Darin ging es um die vielfältigen Folgen der Anlagen auf Tier und Mensch. „Ich habe mit einem Vogelkundler gesprochen, der nennt diese Anlagen nur die Vogelschredder“, erzählt Schriftführer Christian Schoof. Seltene Arten wie der rote Milan, Wandermöwen und auch geschützte Greifvögel seien durch die rotierenden Blätter gefährdet.

Der zweite Vorsitzende Rüdiger Döll bedauert, dass die Politiker nicht reagiert hätten. Bei einem weiteren Treffen in Rickert’s Gasthof stellten sich die Windkraftgegner die Gretchenfrage: „Wie weit soll unser Widerstand gehen?“ Sie beschlossen, eine Wählergemeinschaft zu gründen. Im Internet wollen sie sich und ihr Programm unter www.lgn-grossniendorf.de vorstellen. Ihr offener Brief und eine Antwort darauf von Bürgermeister Claus Fahrenkrog stehen auf www.grossniendorf.de.

Von Patricia König

Segeberger ZeitungArtikel vom 13. April 2013, mit freundlicher Genehmigung der Segeberger Zeitung


(aktuell bis 13.04.2013 - der Artikel wurde 4078 x aufgerufen)


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