Segeberger Zeitung

Neue Wählergemeinschaft strebt Bürgerentscheid zur Windkraft an (23.05.2013)

Bereits 143 Groß Niendorfer haben das Begehren unterschrieben

Groß Niendorf (pks) - Einen Bürgerentscheid zum Windpark strebt die neue Wählergemeinschaft Lebenswertes Groß Niendorf (LGN) an. Ihre Mitglieder möchten das Projekt verhindern und sammeln derzeit Unterschriften für ein Bürgerbegehren.

Die Einwohner müssen sich mit einer komplizierten Frage auseinandersetzen. "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Groß Niendorf ihr Einvernehmen zu der Errichtung von drei Windkraftanlagen gemäß § 36 Baugesetzbuch verweigert, wenn fachgutachterlich festgestellt oder prognostiziert wird, dass schädliche Umwelteinwirkungen (z.B. erheblicher Schattenwurf) zu erwarten sind oder dass die Belange des Naturschutzes - insbesondere des Schutzes von Vögeln und Fledermäusen beeinträchtigt werden oder dass die natürliche Eigenart der Landschaft in Groß Niendorf und Umgebung und ihr Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet wird?"

Das fragen die 15 LGN-Aktivisten. "Wir sind von Haus zu Haus gegangen und haben Unterschriften gesammelt", erklärt Schriftführer Christian Schoof. Mit Erfolg. "Mehr als 10 Prozent der Groß Niendorfer Bürger haben das Bürgerbegehren unterschrieben", freut sich Vorsitzender Dirk Dombrowski. Bereits 143 Unterschriften lägen der LGN nun vor, ergänzt Christian Schoof. Das sind fast dreimal so viele wie erforderlich gewesen wären. Ausgereicht hätten 10 Prozent der rund 550 Wahlberechtigten, also 55 Groß Niendorfer.

Die im Osten von Groß Niendorf gelegene Fläche wurde als Windeignungsgebiet ausgewiesen, allerdings unter einem so genannten "artenschutzrechtlichen Vorbehalt". Geprüft werden sollen noch mögliche Beeinträchtigungen für Brutplätze des Seeadlers, der Kraniche und anderer Vögel, deren Nahrungsflächen und Flugkorridore. "Diese Untersuchungen durch Fachgutachten sind bis jetzt nicht gemacht worden", so Christian Schoof.

Nach Informationen der Groß Niendorfer gibt es in der näheren Umgebung der Gemeinde einen Seeadlerhorst. Das sei bis jetzt immer ein Ausschluss-Kriterium für den Bau von Windkraftanlagen gewesen. Die LGN befürchtet, dass die Schutzzone aufgeweicht wird. Sie weist darauf hin, dass die Gemeinde ihr Einvernehmen mit dem Vorhaben versagen kann, wenn Schäden für die Umwelt oder den Naturschutz zu befürchten sind.

Dieses Einvernehmen jedoch hat Bürgermeister Claus Fahrenkrog in der vergangenen Woche beim Amt Leezen bereits abgegeben. "Dazu habe ich mich mit der Gemeindevertretung und der Verwaltung abgestimmt", erklärt Fahrenkrog. "Ich habe das Einvernehmen aber an die Bedingungen geknüpft, die wir von Anfang an eingefordert haben." Dazu gehöre die Einhaltung des Mindestabstands von 800 Metern von der Bebauung und der Maximalhöhe von 100 Metern der Anlagen sowie Gutachten über Lärmschutz, Schattenwurf und Artenschutz.

"Selbst wenn dieses Einvernehmen wirksam sein sollte, kann es noch bis zum 1. Juli von der neuen Gemeindevertretung zurückgenommen oder durch den Bürgerentscheid zu Fall gebracht werden", erklärt Christian Schoof. Die Chancen auf einen Bürgerentscheid in Groß Niendorf seien nun mehr als wahrscheinlich. "Die Groß Niendorfer beschäftigen sich endlich mit den möglichen negativen Auswirkungen der Windmühlen für sich und ihre Umwelt", meint der stellvertretende LGN-Vörsitzende Rüdiger Döll.

Gestern haben die Mitglieder der LGN die Unterschriftenlisten beim Amt Leezen abgegeben. Danach wird das Bürgerbegehren von der Kommunalaufsicht geprüft und gegebenenfalls ein Termin für den Bürgerentscheid festgesetzt. Fällt er gegen ein Einvernehmen zu Windkraftanlagen aus, dann hätte die Gemeinde zwei Jahre Zeit, sich zu überlegen, ob sie die Anlagen wirklich will oder nicht, weil der Bürgerentscheid so lange bindend ist.

Segeberger ZeitungArtikel vom 23. Mai 2013, mit freundlicher Genehmigung der Segeberger Zeitung


(aktuell bis 23.05.2013 - der Artikel wurde 3494 x aufgerufen)


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