Segeberger Zeitung

Windkraftgegner hoffen jetzt auf Adler (20.07.2013)

Groß Niendorf (pks) - Für die Mitglieder der neuen Wählergemeinschaft Lebenswertes Groß Niendorf (LGN), die gegen den geplanten Windpark in ihrem Ort kämpft, gab es jetzt eine große Enttäuschung. "Die Kommunalaufsicht des Kreises Segeberg hat unser Bürgerbegehren abgelehnt", erklärt Christian Schoof.

Schuld daran ist nach Meinung der LGN, dass Bürgermeister Claus Fahrenkrog kurzfristig das Einvernehmen der Gemeinde zum Bau der Windkraftanlagen bestätigt hat. "Dadurch hat er unserem Bürgerbegehren, in dem die Frage gestellt wird, ob die Genehmigung verweigert werden soll, den Boden entzogen."

Doch die LGN will nicht aufgeben. Im Moment beobachten sie intensiv die Luft. Denn in 2,3 Kilometer Entfernung des geplanten Windeignungsgebiets gibt es einen Seeadlerhorst. Ein Seeadlerpärchen wurde auch schon mehrfach in der Umgebung von Groß Niendorf gesichtet. Der Schutz der Großvögel könnte den Bau von sieben weiteren Windrädern und die Aufrüstung der vier bestehenden Anlagen im Osten von Groß Niendorf doch noch zu Fall bringen. In neuen Richtlinien des Umweltministeriums und des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) wird der sogenannte "potentielle Beeinträchtigungsbereich" verschiedener Großvogelarten unter besondere Beobachtung gestellt. Laut dieser Empfehlung wurden mit der Teilfortschreibung der Regionalplanung im Dezember 2012 erstmals auch 18 Windeignungsgebiete ausgewiesen, die innerhalb dieses "potentiellen Beeinträchtigungsbereichs" liegen.

Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, das vorsieht, Windparkplanungen in für Großvogelarten sensiblen Bereichen grundsätzlich zuzulassen. Dazu gehört auch der Windpark Mözen - Tralau - Groß Niendorf, in dessen Bereich schon 2003 Seeadler nachgewiesen wurden.

"Gestern habe ich das Seeadlerpärchen wieder über Groß Niendorf kreisen sehen", erzählt Christian Schoof. Vogelkundler Dr. Hans Wirth, mit dem die Groß Niendorfer der LGN schon einige Male telefonierten, habe schon einen toten Rotmilan und ein verendetes Seeadlerjunges am Tralauer Windpark gefunden. "Auf der Karte kann man deutlich sehen, dass wir in Groß Niendorf den einzigen Seeadlerhorst weit und breit haben", sagt Schoof. Neben der Hoffnung, dass der Bau der drei Windräder auf Groß Niendorfer Gebiet und der vier weiteren Tralauer Mühlen wegen der geschützten Vogelarten nicht gebaut werden kann, gibt es aber noch eine weitere Möglichkeit: Nach Informationen der LGN ist für Oktober ein Fledermaus-Monitoring anberaumt.

Segeberger ZeitungArtikel vom 20. Juli 2013, mit freundlicher Genehmigung der Segeberger Zeitung


(aktuell bis 20.07.2013 - der Artikel wurde 3964 x aufgerufen)


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