Fracking? Nein, danke!

Fracking-Anfrage in Millionenhöhe (12.08.2014)

Sie kommen näher: Seit etwa einem Jahr gerät der Südosten Segebergs verstärkt in den Fokus von Energieunternehmen. Im Amt Trave-Land beginnt nun das Beteiligungsverfahren fürs sogenannte Erlaubnisfeld Leezen.

Segeberg / Kiel / Clausthal-Zellerfeld - Sie wollen angeblich nur Kohlenwasserstoffe suchen, doch dies ist lediglich ein erster Schritt. Tatsächlich geht es ums Fracking, bei dem mit erheblichem Druck Wasser und Chemikalien hunderte bis tausende von Metern ins Erdreich gepresstwerden, um Öl- und Gasvorkommen überhaupt abbauen zu können.

Gegenstand des aktuellen Beteiligungsverfahrens im Amt Trave-Land ist die sogenannte Aufsuchungserlaubnis für das Erlaubnisfeld Leezen. Dies aber ist so vertraulich, dass das Umweltministerium in Kiel nur die Region "Nordosten" bestätigen wollte. Doch den LN liegen entsprechende Unterlagen vor. Betroffen sind die Kreise Segeberg, Stormarn, Ostholstein und Plön. Das Erlaubnisfeld Leezen reicht von Malente und Plön über den Großraum Bad Segeberg bis nach Bad Oldesloe, Bargfeld-Stegen und Bargteheide als südlichstem Punkt.

Das Energieuntemehmen Central Anglia aus Oslo (die LN berichteten bereits im vergangenen Dezember) hatte einen Antrag auf die Erteilung einer Aufsuchungserlaubnis gestellt. Im Schreiben des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie aus Clausthal-Zellerfeld werden die Pläne nun erstmals konkret. Das norwegische Unternehmen will während eines Zeitraums von drei Jahren diverse seismische Daten erheben und auswerten. Auch eine "Umweltverträglichkeitsprüfung" soll erfolgen. "Im dritten Jahr schließt sich die Planung und Durchführung einer Bohrung in den Zechstein an. Die Kosten für dieses Arbeitsprogramm werden auf circa zehn Millionen Euro geschätzt." Das Landesamt für Bergbau befürwortet in seinem Schreiben an die einzelnen Ämter denAntrag. Es heißt: "Das vorgesehene Untersuchungsprogramm wird als angemessen angesehen, so dass dem Rechtsanspruch auf Erteilung der Berechtigung zu folgen wäre, falls nicht überwiegend öffentliche Interessen die Aufsuchung im gesamten Erlaubnisfeld ausschließen." Für eine abschließende Stellungnahme wird den Kreisen eine Frist bis zum 8. September 2014 eingeräumt.

In einem begleitenden Schreiben des Kieler Umweltministeriums werden die Ämter und Gemeinden "auf die vertrauliche Behandlung von Informationen" hingewiesen. Sie gelte vor allem "für die Feldnamen und Gebietsgrenzen und ist mit dem legitimen Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen der Antragssteller (...) begründet". Hat sich an der ablehnenden Haltung des Ministeriums und der Landeregierung etwas geändert? "Nein, keineswegs. Die gesamte Landesregierung will kein Fracking in Schleswig-Holstein", so Ministeriumssprecherin Nicola Kabel. Warum dann die Geheimhaltungspflicht? "Um Betriebsgeheimnisse nicht zu gefährden, so lange ein Antrag nicht beschieden ist." Die Bundesratsinitiative von Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg habe zum Ziel, ein Fracking-Verbot im Bundesbergrecht zu verankern. Bis dahin wirke zunächst der Landesentwicklungsplan, der in Sachen Fracking ein "Verschlechterungsverbot" beinhalte.

Lübecker Nachrichten

Artikel von Martina Janke-Hansen am 12.08.2014, mit freundlicher Genehmigung der Lübecker Nachrichten

(aktuell bis 12.08.2014 - der Artikel wurde 3756 x aufgerufen)


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