Fracking? Nein, danke!

Erdgas- und Erdölsuche wird auf den Ostkreis ausgeweitet (13.08.2014)

Antrag auf neues Erlaubnisfeld "Leezen" liegt vor - Gemeinden werden beteiligt

Kreis Segeberg - Bei der Suche nach Bodenschätzen nehmen Firmen nun auch das östliche Segeberger Kreisgebiet unter die Lupe. Ein Unternehmen aus Norwegen möchte ein sogenanntes "Erlaubnisfeld Leezen" nach Rohstoffen erkunden. In das auf drei Jahre angelegte Programm wollen Manager 10 Millionen Euro stecken. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat das Beteiligungsverfahren für die Gemeinden eröffnet.

Das Feld umfasst ein langgestrecktes Gebiet von Bargteheide im Süden bis Malente im Norden, wobei sich der Streifen im Kreis Segeberg von Sülfeld über Bad Segeberg bis Seedorf hinzieht. Ostholstein, Plön und Stormarn sind tangiert. Es ist das zweite Erkundungsgebiet im Kreis Segeberg, im August vorigen Jahres hatte das Land die Ermittlung von Daten für das "Erlaubnisfeld Bramstedt" im nordwestlichen Kreisgebiet genehmigt. Landesweit wurden zwölf Konzessionen vergeben.

Eine Firma aus Norwegen will sich das Gebiet Leezen sichern, bevor Konkurrenten es tun. Dass sie jetzt ihren Claim absteckt, weckt bei vielen die Befürchtung, dass sie später Fracking anwenden wird. Dabei wird Gestein mit hohem Druck aufgebrochen, um das darin eingeschlossene Gas freizusetzen. Dazu wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepresst.

Dass es dazu kommt, halten Fachleute für "nicht sehr wahrscheinlich". Eher käme eine konventionelle Erschließung von vermuteten Erdölquellen in Frage.

Die Firma will drei Jahre lange Daten erheben und auswerten. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung soll sich anschließen. Im dritten Jahr ist in eine Bohrung in den Zechstein, eine uralte Erdschicht, vorgesehen. Die Kosten für dieses Arbeitsprogramm werden mit etwa 10 Millionen Euro angegeben.

Laut LBEG wird "das vorgesehene Untersuchungsprogramm als angemessen angesehen, sodass dem Rechtsanspruch auf Erteilung der Berechtigung zu folgen wäre, falls nicht überwiegende öffentliche Interessen die Aufsuchung im gesamten zuzuteilenden Erlaubnisfeld ausschließen".

Über das neue Gebiet war bereits Ende 2013 bei einer Informationsveranstaltung des Kreises spekuliert worden. Mittlerweile ist das Verfahren so weit gediehen, dass Gemeinden - Dörfer aus den Ämtern Bornhöved, Trave-Land, Leezen und Itzstedt - sowie die Stadt Bad Segeberg beteiligt werden. Bis Montag, 8. September 2014 sollen sie ihre Stellungnahmen beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie abgeben.

Dieser Zeitrahmen sei zu knapp und falsch gewählt, moniert Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld. Jetzt in der Sommerpause könnten die Gremien der Stadt gar nicht entscheiden. Er persönlich habe nichts gegen Untersuchungen, wohl aber gegen Fracking, das hier "erkennbar beabsichtigt" sei.

Schneller kann das kleine Nachbardorf Schieren reagieren. Dort hat Bürgermeister Hans-Werner Schumacher extra eine Sitzung der Gemeindevertreter anberaumt, um über die "Beteiligung der Gemeinde bei bergrechtlichen Genehmigungen zur Aufsuchung bzw. Förderung von Kohlenwasserstoffen (Fracking)" zu beraten. "Wir wollen auf alle Fälle so weit wie möglich beteiligt und informiert werden", fordert er. Einige Gemeinden hatten bereits im Vorfeld Resolutionen gegen Fracking beschlossen.

Das Umweltministerium des Landes hält sich mit Informationen unter dem Verweis auf "Schutz der Betriebsgeheimnisse" bedeckt. Aufsuchungserlaubnisse "berechtigen nicht zu Eingriffen in den Boden wie Bohrungen oder Frack-Maßnahmen. Solche müssten gesondert im Rahmen eines Betriebsplanverfahrens beantragt und genehmigt werden", erläutert Sprecherin Nicola Kaben.

Dass das Erlaubnisfeld den Namen seiner Gemeinde trägt, hat Leezens Bürgermeister und Amtsvorsteher Ulrich Schulz "total überrascht". Ihm sei "absolut nichts bekannt", was auf das Vorkommen von Bodenschätzen schließen lasse. "An uns geht aber auch nichts vorbei!, stöhnt er.

Segeberger ZeitungArtikel von Petra Stöver am 13. August 2014, mit freundlicher Genehmigung der Segeberger Zeitung


(aktuell bis 13.08.2014 - der Artikel wurde 4170 x aufgerufen)


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