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Schuleingangsuntersuchungen im Kreis Segeberg finden künftig zentral statt

Bad Segeberg (pbs) - Wer eingeschult werden will, muss vorher zum Arzt. Die Schulreife wird ärztlich geprüft. So will es das Gesetz. Zuständig für die Umsetzung ist der Kreis. Bislang fanden die Schuleingangsuntersuchungen zu einem großen Teil in den Grundschulen vor Ort statt. Das ist künftig nicht mehr möglich.
"Leider ist es unumgänglich, als einer der letzten Kreise in Schleswig-Holstein, die Schuleingangsuntersuchungen aus den Schulen zu zentralisieren", sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Boris Friege. Aufgrund von Schwangerschaften und nicht nachbesetzter Arztstellen fehlen dem kinder-jugendmedizinischen Dienst des Kreises Segeberg aktuell ein Drittel seiner Ärztinnen und Ärzte. "Daher ist zu befürchten, dass sich Termine von Schuleingangsuntersuchungen sogar bis nach dem Einschulungstermin nach den Sommerferien verzögern. Auch die Bearbeitungszeit von Begutachtungen wird sich verlängern. Beides gilt es abzuwenden oder wenigstens abzumildern", so Dr. Boris Friege weiter.
Zentralisieren bedeutet, dass die rund 2.500 Schuleingangsuntersuchungen jährlich künftig ausschließlich im Gesundheitsamt in Bad Segeberg und der Untersuchungsstelle in Norderstedt stattfinden werden. In diesem Schulhalbjahr werden sie zudem noch in Räumen des Rathauses in Henstedt-Ulzburg durchgeführt werden können. Dabei prüfen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes unter anderem Sehen, Hören, Bewegung, Koordination, Grob- und Feinmotorik, Sprechen sowie Sprachverständnis. Außerdem checken sie den Impfstatus der Kinder. "Leider bedeutet die Umstrukturierung, dass Kinder und Eltern nun ins Gesundheitsamt beziehungsweise die Untersuchungsstelle reisen müssen", so Dr. Boris Friege. Allerdings werde mit dieser Maßnahme erhebliche Zeit "am Lenkrad" eingespart, die wiederum für die medizinischen Untersuchungen der Kinder gewonnen werde.
Um weitere Folgen für die jüngsten Bewohner bestmöglich abzumildern, hat das Gesundheitsamt mehrere Maßnahmen getroffen. So unterstützen Ärztinnen des amtsärztlichen Dienstes nach besten Kräften als zusätzliche Schulärztinnen den kinder-jugendmedizinischen Dienst. Dr. Alexandra Emken, Fachzahnärztin für Öffentliches Gesundheitswesen und Stellvertreterin von Dr. Boris Friege, hat mit Jahresbeginn koordinierende Funktionen im kinder-jugendmedizinischen Dienst übernommen. Sie ist seit knapp sieben Jahren beim Kreis beschäftigt und sehr viel in den Schulen und Kindergärten vor Ort unterwegs gewesen. Das dabei erworbene Wissen und ihre gute Vernetzung helfen ihr jetzt unter anderem bei der Koordination der Schuleingangsuntersuchungen.
"Frau Dr. Emken und ich tragen die Entscheidung, bedauern sie aber auch, denn die Zusammenarbeit mit den Schulen war in vielen Jahren gut gewachsen und die wohnortnahen Untersuchungen sehr bürgerfreundlich", sagt Dr. Boris Friege. Oberstes Ziel ist es seiner Aussage nach zu verhindern, dass die Schulreife erst dann überprüft wird, wenn die Kinder längst eingeschult sind.
"Wir freuen uns sehr über Bewerbungen von Ärztinnen und Ärzten, die angestellt oder auf Honorarbasis ein paar Lücken schließen könnten", sagt Dr. Boris Friege. Interessierte wenden sich telefonisch an 04551 951-343.

(aktuell bis 08.02.2018 - der Artikel wurde 1287 x aufgerufen)


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