Segeberger Zeitung

Bürgerentscheid zur Windkraft (Segeberger Zeitung 08.03.2018)

Groß Niendorfer sollen über Maximalhöhe der geplanten Anlagen entscheiden

Groß Niendorf (hdb) - Die Windkraftkritiker haben sich vorerst durchgesetzt: Es gibt einen Bürgerentscheid zum geplanten Bau von neuen Anlagen. Die WKN AG hatte zuvor ihre Pläne offenbar geändert und will wohl statt drei 150 Meter hohen Anlagen zwei 175 Meter hohe Windräder errichten.
Bürgermeister Claus Fahrenkrog hatte die neuen Pläne der WKN auf die Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend in Rickerts Gasthof gesetzt. Dieser Punkt wurde aber wieder abgesetzt. Zum einen, weil die WKN noch keinen Bauantrag eingereicht hat, zu dem die Gemeinde innerhalb von zwei Monaten hätte Stellung nehmen müssen. Zum anderen, weil die Kommunalaufsicht die Absetzung verlangt hatte. Denn 91 Einwohner hatten erfolgreich ein Bürgerbegehren mit Bürgerentscheid beantragt, weit mehr als die erforderlichen 55 Stimmberechtigten. So soll geklärt werden, ob Groß Niendorf beim Vertrag von 2012 mit der WKN bleibt, und die Firma nur 150 Meter hoch bauen kann.
Das Problem der WKN: Zwei der ursprünglich geplanten drei 150 Meter hohen Anlagen würden wegen zu geringen Abstands zum Dorf wohl nicht vom Land genehmigt werden. Nun sollen wohl nur noch zwei errichtet werden, etwas weiter entfernt vom Dorf, aber 175 Meter hoch.
Kernfrage ist: 150 Meter oder 175 Meter hoch?
So kurz vor der Kommunalwahl im Mai wollten die Windkraft-Kritiker eine Festlegung der bisherigen Gemeindevertretung verhindern. Sie hatten deshalb über die Kommunalaufsicht des Kreises und Verwaltungsgerichte darauf gedrungen, dass ein Bürgerentscheid die politische Richtung vorgibt, und dass die Politiker am Dienstagabend nicht die Höhe von 175 Meter zulassen. Die Kreiskommunalaufsicht hatte ebenfalls gefordert, nicht mit einem Beschluss der Gemeindevertretung den Bürgerentscheid zu unterlaufen.
Bürgermeister Fahrenkrog wollte nun am Dienstagabend über den Termin zum Bürgerentscheid beschließen lassen. Die Wählergemeinschaft "Lebenswertes Groß Niendorf" (LGN), die das Bürgerbegehren initiiert hatte, sprach sich aber dagegen aus. "Als Antragsteller haben wir das Recht auf eine Stellungnahme. In der Kürze der Zeit ist dies jetzt nicht möglich", sagte LGN-Fraktionschef Dirk Dombrowski. Den Einwand, dass ein Bürgerentscheid am Tag der Kommunalwahl (6. Mai) dann wohl nicht machbar sei, ließ er nicht gelten. Der Punkt wurde nicht neu auf die Tagesordnung genommen.
Bevor es zu weiteren Beratungen kommt, will die LGN schriftlich begründen, warum die Höhe der Windkraftanlagen auf 150 Meter begrenzt bleiben soll. Regulär kommen die Gemeindevertreter am 26. April wieder zusammen. "Es könnte auch sein, dass ich vorher noch zu einer Sitzung einladen werde", erklärte Bürgermeister Claus Fahrenkrog.

Segeberger ZeitungArtikel von Harald Becker am 08. März 2018, mit freundlicher Genehmigung der Segeberger Zeitung

(aktuell bis 08.03.2018 - der Artikel wurde 1061 x aufgerufen)


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